2006

2006 dann ein Jahr des Umbruchs: Der langjährige Vorsitzende und Mitbegründer der Oldtimer-Garage Berlin/Brandenburg e.V. stand nicht noch einmal zur Wahl und neue bzw. schon bewährte „Zahnräder“ griffen ins neu zu übersetzende Räderwerk des Vorstandes ein. Wie es sich für einen Oldtimerverein gehört, klappte diese „Getriebeüberholung“ einwandfrei! Gebrochen wurde auch mit der Lokalität für unsere monatlichen Stammtische – vom Meilenwerk aus ging es bereits Ende 2005 nach Halensee ins Gartenlokal „Piefke´s Wirtschaft“, klein aber urwüchsig und verkehrsgünstig gelegen. Dort hatten wir dann im September auch Grund zum Jubeln, denn der 100ste Stammtisch, seit Beginn der Aufzeichnung, konnte begangen werden.


Stammtisch

Nicht gebrochen wurde mit der Tradition, auf den wenigen regionalen Oldtimer-Veranstaltungen, die Flagge unseres markenfreien Vereins hoch zu halten und für unsere Sache zu werben. Waren es die Oldtimer-Show in Paaren-Glien zu Pfingsten oder die Oldtimer-Tage im und am Meilenwerk, unsere Truppe, angeführt von Jürgen und Sitta war immer präsent und gehörte mit zu den Aktivsten. Trotz dieses Einsatzes sollte nicht verschwiegen werden, dass der Meilenwerk-Abend des offenen Clubraumes leider immer mehr an Anziehungskraft verliert und sich fast nur noch die Mitglieder der dort vertretenen Vereine treffen.


O-Tage im Meilenwerk

Einen ganz und gar persönlichen Umbruch gab es für unseren alten und neuen 3. Vorsitzenden: Er sagte Ja zu seiner Sabine, heiratete im Juni und gab sein Junggesellenleben auf. Alle gratulierten von Herzen und freuten sich mit ihm! Bereits bei Schnee und eisigen Temperaturen begannen im Hintergrund die Vorbereitungen für unsere Oldtimer-Landpartie 2006. Am 2. Juli., trotz Fußballfiebers in ganz Deutschland kamen über 100 Oldtimer zusammen. Vom Filmpark Babelsberg aus, ging es 160 km weit durchs Brandenburgische nach Seeburg, mit einem längeren Zwischenstop beim Hauptsponsor „AUTO plus“ in Berlin-Mariendorf. Eine Konstante unseres Vereins wurde wieder einmal zum Erfolg und glänzte, wie das Wetter auch, mit einem spielerischem Zeitvertreib zur Mittagsrast.


Landpartie

Dann wieder ein Bruch – nämlich mit der Gewohnheit ein Gelände zu suchen. Seit August haben wir in Kleinziethen, in Steinwurfnähe zur südlichen Berliner Stadtgrenze, für die nächsten zehn Jahre eine neue Heimat gefunden! Die Halle versprüht zwar nicht so viel Charme wie ein altes Backsteingemäuer, dafür ist sie aber in einem guten Zustand und relativ pflegeleicht. Die großzügige, von uns nutzbare Grünfläche drum herum kommt unserem Veranstaltungsgedanken sehr entgegen. Nun konnte endlich nach drei Jahren, das einsam geführte Daumstraßen-Lager aufgelöst werden und das Vereinseigentum in neue Räume gebracht werden. Für manchem war es viel mehr als er je angenommen hatte. Ein durchaus umsetzbares Hallenkonzept wurde anlässlich einer Einweihungsfeier im September nicht nur den Mitgliedern der Oldtimer-Garage sondern auch zahlreichen Gästen vorgestellt. Einige Clubs der Berliner Szene ließen es sich auch nicht nehmen, sogar mit Präsenten „bewaffnet“, der Einladung zu folgen. Es wird aber noch viel tun sein in den nächsten Monaten – wir packen es an!


Einweihung Kleinziethen


1. Hallenkonzept

Unser 3. Vorsitzender packte dann auch selbst an: Er engagierte sich, u.a. auch mit finanzieller Unterstützung der Oldtimer-Garage, bei der Initiative Kulturgut-Mobilität. Vater Staat brach mit seiner Aussage „Freie Fahrt für freie Bürger“ und war begriffen, Innenstadt-Fahrverbote einzuführen. Der Berliner Senat mittendrin! Und die Oldtimer außen vor! Grundsätzlich nichts gegen eine Feinstaubreduzierung – aber bitte dann auch die wirklichen Verursacher (u.a. Dieselfahrzeuge, Kraftwerke etc.) zur Kasse bitten. Plötzlich gab es nur noch „alte Stinker“! Die mussten sich nun wehren. Und wie sie das taten – bei der ersten Berliner Demonstration gegen Innenstadt-Fahrverbote im November reichte der Sammelplatz vor dem Olympiastadion nicht mehr aus. Statt gerechneten 100 bis 200 Oldtimer nahmen letztlich gute 500 an dieser Demo teil. Und dabei mittendrin und nicht außen vor ganz, ganz viele Mitglieder unseres Vereins, mit allem was rollte und Staub aufwirbelte. Der landete in den Augen der Politiker, die sich hoffentlich noch lange die Augen reiben mussten.


Staub aufwirbeln

Bleibt dem Chronisten noch ein Nachsatz, der die Dinge erwähnt, die 2006 nicht vergessen werden sollten. Durch PipoTV waren wir mit vielen Ausstellungsoldtimern bei der Oldtimer-Show in den Gropius-Passagen vertreten. Erstmals gab es ein „Auto-Horoskop“ für eine Borgward Isabella in einer Berliner Tageszeitung. Und als Krönung des Vereinsjahres gab es eine unglaubliche, stimmungsvolle Weihnachtsfeier, organisiert von der Familie Pipo, in der neuen Halle. Da blieb einem Urberliner die Spucke weg – meine Hochachtung.

2005

Das zehnte Jahr seit unserer Gründung begann mit einer Lagerinventur unseres Vereinseigentums. Wer dachte (wie ich zum Beispiel!), dass dabei reichlich Müll zu Tage treten würde, der sah sich getäuscht. Nun lagert es weiter und lagert, und lagert. Diesbezüglich von „Jubeljahr 2005“ keine Spur.

Auch nicht was die Fertigstellung unseres TSA betraf. Fast schon „peinlich“ die Beteiligung an den Arbeitseinsätzen zu seiner Fertigstellung. So kam es, dass die Endlackierung in Auftrag gegeben werden musste und die Einbauten mal wieder fast im Alleingang erfolgten. Der Lohn war dann ein Gutachten über 2000.-Euro, der wahrscheinlich erste Tragspritzenanhänger der VEB Löschgeräte Görlitz mit eigenem Fahrzeugbrief und ein weiterer vereinseigener Hingucker, der jetzt das Ausstellungsequipment beherbergt.


LF 8, nun mit Anhänger

Den ersten Grund zum Jubeln hatten wir dann doch noch – schon im Februar konnten wir die Oldtimer-Tage und ein Autohaus in Potsdam-Babelsberg als Hauptsponsoren für unsere Landpartie 2005 gewinnen. 150 km Wegstrecke waren zwar anfangs relativ gelassen zu finden, entpuppten sich dann aber doch noch kniffliger, da das Auftauchen diverser Baustellen nicht zu erwarten war. Positiv bemerkbar machten sich unsere Anstrengungen in der Öffentlichkeitsarbeit. Eine von Oldtimern eingerahmte Pressekonferenz in Potsdam, ein Pressestammtisch in Berlin und Stefans Firetruck-Auftritt im Meilenwerk, warben doch recht professionell für die 18.Veranstaltung der Oldtimer-Garage Berlin-Brandenburg e.V. Sieben mal hielten wir so Einzug in die Presse und kamen sogar in der Berliner Abenschau vor.


Präsentation für die Presse in Babelsberg

Stressfreier als bisher dann auch die Ausgabe der Tourunterlagen für Sonntag, den 29.Mai. Bereits am Samstag war unser Vereinsstand auf den O-Tagen besetzt und die genannten Teilnehmer konnten dort schon Ihre Bordbücher in Empfang nehmen. Und limitierte Nachnennungen waren auch noch möglich. So füllte sich dann das Feld und über 130 Oldtimer passierten das Besucherspalier auf den Oldtimer-Tagen. Nicht so stressfrei die Ausfahrt für unsere Pannenhelfer, die leider mehrfach Hand anlegen mussten und sich obendrein, nervös geworden, auch noch verfuhren.

Verfahren haben sich dann auch Mitglieder von uns die, Rasenkante hin oder her, unbedingt als erste die 2. Etappe in Angriff nehmen wollten. Unser Ziel an diesem Tage war wiederum das Meilenwerk als Veranstaltungsort der O-Tage. Fast alle kamen an, konnten sich zum Teil aber bis zur Preisverleihung leider nicht gedulden – obwohl bis auf die Mikrofonanlage alle Helfer durchaus in Form waren. Und Preise gab es dank unserer zahlreichen Sponsoren gar nicht wenige. Von der weitesten Anfahrt über den ältesten Fahrer zum schönsten Zubehör, wurde alles ausgezeichnet. Auch der Pechvogel des Tages ging diesmal nicht leer aus.


Gegenverkehr bei der Landpartie 2005

Auch nicht leer aus, gingen unsere Mitglieder mit ihren Oldtimer-Cabriolets, die zur Sat 1 Sendung „Hit-Giganten“ die Prominenten auf die Bühne chauffieren durften. Ein durchweg interessanter Blick hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion, der sich, im Zuschauerbereich für einige von uns, bei der Kabel Eins Produktion im Meilenwerk, fortsetzte. Auch in der Telenovela „Verliebt in Berlin“ war die Oldtimer-Garage präsent, zumindest mit einem Mitgliederfahrzeug. Jürgens silbergrauer190 SL spielte wiederholt eine gute, optische Rolle.


Die Truppe bei den „Hitgiganten“

Diese spielten wir dann auch erstmals auf der Oldtimer-Gala im Krongut Bornstedt. Die vom Veranstalter uns zugewiesene Zeltpagode bildete das Entrée in die Ausstellung. Mit Karmann-Ghia, Amphicar, Consul, Capri und Lloyd LP 600 präsentierten wir erfolgreich unseren Verein, direkt neben Karstens Borgwards.


Oldtimer-Gala im Krongut Bornstedt

Eine kleine, spontane Herbstausfahrt war dann, ein nicht bei allen Teilnehmern, zufrieden stellender Abschluss des Jahres. Durchaus zufrieden waren wir mit der konstanten Mitgliederentwicklung, die trotz vereinzelter „Unkenrufe“ stabil bei 65 geblieben ist.

2004

Auch 2004 leider eine „unendliche Geschichte“, unsere Geländesuche. Sei es nun Ketzin, Börnicke oder Spandau – sie blieb auch in diesem Jahr ergebnislos.


Passen muss er schon…der Neue!

Nicht so das Bemühen, unserer Feuerwehr ein kleines Anhängsel zu verschaffen. Bereits während der Herbstausfahrt in Klein Köris entdeckt, fand der Tragspritzenanhänger(TSA) aus dem Jahre 1958 seinen Weg zu unserer Truppe nach Wildau. In seiner Substanz völlig in Ordnung, erhielt er in den Sommermonaten, dank der Hilfe von bis zu 8 Mitgliedern, eine ordentliche „Frischzellenkur“.


…den kriegen wir ganz blank

Die erhielt auch unfreiwillig unsere monatliche Zusammenkunft im Sonari Chor. Erstmals in unserer Geschichte schloss ein Stammtischlokal seine Pforten und wir waren im Frühjahr gezwungen, uns eine neue Bleibe zu suchen. Piefkes Wirtschaft, Champions Teehaus und das Meilenwerk wurden im Wechsel ausprobiert, bis sich eine Mehrheit für das Meilenwerk fand. Aber häufige Raumwechsel, beschwerliches Möbelschleppen und Terminverschiebungen lassen dort Zweifel an einer Dauerhaftigkeit aufkommen.

Keine Zweifel dagegen, was die Oldtimer-Landpartie betraf. Im Mai gingen wir in Französisch Buchholz an den Start. Vorher waren 1396 Kilometer und 107 Stunden ins Land gegangen, um ca. 120 km Tourstrecke zu finden und zu katalogisieren. Durch Bernd fanden wir Zugang zu einem Opel-Autohaus als Sponsor und Eckhard warf seine Verbindungen nach Eberswalde in die Waagschale. So entstand dank vieler Helfer eine wunderschön zu fahrende Landpartie durch die Schorfheide. Dass sich dann über 140 Oldtimer am Start drängelten und den Eberswalder Marktplatz an den Rand seiner Kapazitäten brachte, überraschte nicht nur uns. Zwar kostete ein Zwischenstop auf Schloss Börnicke etwas Zeit aber die wurde auf dem Weg zum Ziel nach Ringenwalde, durch eine plötzlich versperrte Extrarunde, wieder eingeholt. Nicht mehr überraschend das tolle Wetter und viele, gut gelaunte Teilnehmer, denen auf einer kaum für befahrbar gehaltenen Walddurchfahrt, ein Grinsen ins Gesicht gezaubert wurde.


„Highnoon“ bei der Landpartie

Eventeinsätze gab es natürlich auch wieder. Neben den obligatorischen Auftritten bei der Oldtimer-Show und den O-Tagen waren aber unsere Mitglieder mit ihren Oldies auch präsent in Filmprojekten wie „Crazy Race 2“ und „Roter Kakadu“, zum „40jährigem Bestehen der Kaufmitte Siemensstadt“ und am Brandenburger Tor, zum Tag der Deutschen Einheit.

Entgegen dem Bestreben nur noch eine Großveranstaltung pro Vereinsjahr zu organisieren, erlagen wir dem Angebot eines Spandauer Autohauses, seine Räumlichkeiten für „Das Oldtimer-Weekend 2004“ zu nutzen. Karsten als Hallenarchitekt und weitere 22 Mitglieder konzipierten eine gelungene Oldtimer-Ausstellung. Unterstützt durch die Präsentationen von weiteren 10 Oldtimervereinen, bis hin zum Meilenwerk, konnten wir an zwei Tagen gut 1500 Besucher zählen, die diesen eintrittsfreien Oldtimermarkt besuchten. Auch die anwesenden Teilehändler waren mit der Geburtsstunde dieses Marktes genauso zufrieden, wie der Schirmherr der Veranstaltung Bürgermeister Birkholz. Highlight am Sonntag, eine erstmalig durchgeführte Oldtimer-Schnitzeljagd durch Berlin: Die Schnitzel waren am Straßenrand geparkte, bunt beklebte Daewoos Matiz, die mit Nummerschild-Notierung gefunden werden mussten. Wollte man zu den Gewinnern zählen, dann musste die dabei zurückgelegte Wegstrecke annähernd 35 km laut Tacho betragen.


Borgward-Stand beim Oldtimer-Weekend

Allen hat es großen Spaß gemacht, auch denen, die sich das ganze ausgedacht und umgesetzt hatten. Das war dann auch das Auffälligste an dieser Oldtimer-Garagen-Veranstaltung: Besucher und Teilnehmer, unsere 3 Damen vom Grill und der Moderator – alle haben sich zwei Tage lang wohlgefühlt und lobten einhellig, die gute Atmosphäre des Oldtimer-Weekends.


unsere 3 Damen vom Grill

2003

Die Oldtimer-Saison 2003 war mit Terminen so was von „überfüllt“ wie selten zuvor. Aber von Anfang an: David gestaltete unseren zweiten Vereinskalender mit dem Thema „Fotos aus dem Familienalbum“. Zögerlich zu Beginn, wurde dann doch der Ehrgeiz der Mitglieder geweckt und ordentlich auf die Nostalgiedrüse gedrückt. Das Ergebnis war dann auch sehr überzeugend.

Im März hieß es dann Abschied nehmen vom „Alten Gaswerk“. Unser Vereinseigentum zog, sortiert auf ca. 45 Paletten, mit insgesamt sieben LKW-Ladungen ins Zwischenlager Daumstraße. Dort lagert es leider noch heute im Dezember 2005. Kein Glück hatten wir bisher bei unserer Geländesuche.


…alles muss raus – aber wohin?

Einen Motivationsschub ganz anderer Art, erhielten wir dann im April. Durch Rolfs Kontakte kamen wir über Nacht zum ersten, vereinseigenem Oldtimer. Eine Opel Blitz Feuerwehr LF 8, aus dem Jahre 1970, konnten wir überaus günstig von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld erwerben. Mit noch nicht einmal 15 000 km auf dem Tacho und im guten, kompletten Zustand überraschten wir mit ihr, unsere Mitglieder zum Aprilstammtisch. Erst zaghaft, dann mit glänzenden Augen wurde sie voll und ganz in der Vereinsmitte aufgenommen. Nach einem gründlichen Check durch unsere „Wildauer Buben“ hatte sie dann auch bald ihren ersten Auftritt als „Rundfahrtbus“ für Kinder, beim Feuerwehrfest in Wildau.


Unsere Feuerwehr beim Einzug in den Verein

Am 17. Mai eröffnete dann das Meilenwerk Berlin und wir waren nun doch dabei. Anfänglich zögernd hatten wir uns dann doch, zu einem kleinen Repräsentationsraum, überreden lassen. Mit Geschick und Hilfe der Mitglieder wurde er stilvoll eingerichtet und hatte auch schon seinen ersten Fernsehauftritt im Vox-Magazin „auto, motor und sport TV“. Unsere „ThemenTage“ im November rundeten unser Engagement ab: Im täglichem Wechsel präsentierten unsere Mitglieder ihren „Lieblingsoldie“ und standen dazu Rede und Antwort.


Unser Repräsentanzraum im Meilenwerk

Ende Juni dann unsere Oldtimer-Landpartie. Die historische Kulisse der Spandauer Zitadelle bildete den großartigen Rahmen für den Aufmarsch unserer, mehr oder weniger, historischen Fahrzeuge. Gestärkt durch ein spitzenmäßiges Frühstück der Haselhorster Gewerbetreibenden ging es, mit weit über 130 Oldtimern, auf die 1. Etappe nach Neuruppin. Der zentralste Platz war dann auch gerade groß genug für eine kulinarische Mittagsrast, die musikalisch untermalt wurde. Erneut mit Musik dann das große Finale in Oranienburg in der Turm-Erlebnis-City mit Preisträgern, die diesmal nicht zu den üblichen Verdächtigen zählten: Ein P 70 Coupé und ein ebenso wunderbarer blauer Tatra – besonders erfreulich, wie wir fanden.


Start zur Landpartie auf der Zitadelle

Aber nun die Zügel schleifen lassen gab es nicht. Die Trabrennbahn Mariendorf hatte uns mit ausgesuchten Cabriolets zum Ladies-Gold-Cup verpflichtet. Wir stellten 15 Oldtimer aus, waren mit unseren Begleitungen VIP-Gäste an dem Tag und präsentierten mit Ehrenrunden die Nachwuchsfahrerinnen und die späteren Siegerinnen, werbewirksam auf dem Geläuf.

Im achten Vereinsjahr auch acht Veranstaltungen – eine davon war „Radio aktiv“. In Neuhardenberg stellten wir unsere Oldtimer für eine Sponsorveranstaltung des RBB und des „Radio 88acht“ zur Verfügung. Wir „dienten“ den Sponsoren als Chauffeure auf einer ca. 30 km langen Gleichmäßigkeitsprüfung, die per Roadbook gefunden und hin und zurück in der gleichen Zeit, absolviert werden musste. Unser Lohn Euros aufs Konto der Mitglieder und reichlich, köstliche Verpflegung bei schönstem Wetter.

Das war uns auch holt beim Jahresabschluss – die von Roland Kahl ausgedachte und allein organisierte interne Herbstausfahrt. Von Luckenwalde nach Motzen und zurück durch das wunderschöne Nuthe-Urstromtal. Beim Besuch eines Vereinsfreundes konnten wir uns mit Wildschweingulasch stärken, um auch die gut 100 km lange Rückfahrt, in den wohlverdienten Winterschlaf, zu bewältigen.


Herbstausfahrt für Mitglieder

2002

2002 – das verflixte siebente Jahr – erwies sich dann auch als solches, begann aber erst einmal höchst erfreulich mit einem Paukenschlag. Irgendwie mögen uns die Medienvertreter, besonders gerne im Winter, und so waren wie nicht wirklich erstaunt, als uns die Oldtimer-Markt im Januar zum Fototermin bat. Unter dem Titel „Schrauberkombinat“ schrieb Till Schauen vier ganze Seiten in der Märzausgabe voll und Andreas Beyer machte Fotos auf dem Gaswerksgelände, bis wir anfroren. Ein blendender Einstieg und ein bleibender Eindruck für alle zwanzig beteiligten Mitglieder.


Bereit sein ist alles – diesmal für die Oldtimer-MARKT

Eindruck machte auch unser erster Vereinskalender in unserer Geschichte und oben drauf gab es auch noch für jedes Mitglied die erste Oldtimer-Garagen-Geburtstagskarte. Saisonbedingt wechselten Stammtische und Arbeitseinsätze sich ab und Micha´s Scudo mutierte zum beschrifteten Oldtimer-Garagen-Werkstattwagen.


Micha’s Scudo mit Vereinsbeschriftung

Stilecht, in dem Teltower Straßenbahnwagen aus dem Jahre 1929, luden wir dann zur Pressekonferenz im April ein. Unsere, erstmals sogenannte, „Oldtimer-Landpartie“ erlebte eine gute Resonanz seitens der Medien. Die von Eckhard Hasler fast im Alleingang organisierte Frühjahrsausfahrt hatte ihren Start in Teltow und endete auch dort. Fast 130 Oldtimer rangen um die besten Plätze beim Kostüm-, Veteranen-, Oldtimer und Youngtimer-Wettbewerb nach einem 150 km-Rundkurs mit der Sonderprüfung „Götzer Berge“. Erstmals richtig arbeiten mussten auch unsere Pannenhelfer vom BAHC e.V. und zwei Bekannte trafen sich auf dieser Tour auch wieder – leider war der Anlass ein, Gott sei dank glimpflich, verlaufender Verkehrsunfall zwischen den beiden.


1. Oldtimer-Landpartie in der Teltower Altstadt

Die Oldtimer-Show in Paaren/Glien nahmen wir zum Anlass, zu glotzen statt zu kleckern. An drei Tagen präsentierten wir insgesamt 22 verschiedene Oldtimer und der Hingucker überhaupt, unsere Gegenüberstellung des DKW 3=6 und des F9. Eine Idee, die sich noch auszahlen sollte.

O-Tage, Jazz in Town und Rolands Käfer-Auftritt als Pandan zum Phaeton in der AUTO-Zeitung, verkürzten uns die Zeit bis zur „Feuer & Flamme Tour“ im September.

Anlass zur Namensgebung waren die „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zeuthen“, die uns zu ihrem Fest einluden. Der Start wurde von den Wandlitzer Spitfire-Freunden gesponsert und fand bei strahlenstem Sonnenschein statt. Die Strecke war als „Orientierungsfahrt“ ausgewiesen und in der Art war auch das Bordbuch gestaltet – auf das Wesentliche reduziert. Alle erreichten, sowohl den Mittagsrastplatz Prötzel als auch das Ziel in Zeuthen, aber teilweise eben auf abenteuerliche Weise. Gut 80 Oldtimer füllten dann doch die Aschenbahn des Fußballstadions in Zeuthen und erwarteten die Siegerehrung. Prämiert wurden unter anderem diesmal der älteste und der jüngste Oldtimer, sowie die gepflegtesten Innen- und Motorräume der Fahrzeuge. Auch das hatten wir bisher noch nicht.


Picknick der Feuer & Flamme-Tour

Genauso wie wir als Verein noch kein Presseecho in den sogenannten „Boulevard-Zeitungen“ hatte. Dies änderte sich mit dem Berliner Kurier und der Rubrik „Hauptstadt der Vereine“. Als einer, von ca. 22 000 Vereinen in Berlin, hielten wir Einzug auf immerhin zwei Seiten und unser Wildauer Klaus war auch gleich zweimal im Bild.

Sein Lieblingsoldie IFA F9 zog dann auch gleich nach: „Ost-West-Vergleich“ hieß es in der Oldtimer-Praxis im Dezember. Sein „Gegner“? Na wer wohl – klar, der DKW 3=6 von Mäuschen. Fünf Seiten voller Genuss für uns und natürlich für die beiden stolzen Besitzer.


IFA F 9 gegen DKW 3=6 Vergleich

Und wie war es mit dem verflixtem … Genauso kam es – Ende September wussten wir, dass die letzten 6 Monate „Altes Gaswerk“ für uns begonnen hatten. Der neugewählte PDS-Bürgermeister war nicht mit guten Worten zu bewegen, unseren Vertrag ein weiteres Mal zu verlängern. Und die zugesagte Hilfe bei der Suche nach einem neuen Gelände – auch davon war plötzlich keine Rede mehr – Schluss mit lustig.